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Ryo's Diary « Kapitel 28

Mann gegen Mann

Abenddämmerung
Wir schauten uns direkt in die Augen. Gyrunns Blick durchbohrte mich regelrecht. Sein Blick schmerzte fast in meinem Schädel, als würde er in meinen Gedanken herumstochern. Sein überhebliches Lächeln ließ alle hart erarbeitete Zuneigung zu ihm sterben und alle damaligen Sorgen um sein Leben vergessen. Er war stets mein Feind und ich hatte nichts zu verlieren wenn sogar Cyrall mir feindlich gesinnt war. Ich hatte somit keinen Schwachpunkt außer meiner Unwissenheit über sein wahres Können. Ein Schwachpunkt der auszumerzen ist ...
Ich umfasste den Griff Damiaz' fester und hielt das geschärfte Bastardschwert seitlich um ihm die Form meiner ersten Attacke nicht zu offenbaren. Gyrunn ging in Angriffsposition, schwang den knochenfarbenen Stab um seinen eigenen Körper und wirbelte ihn herum, so dass auch ich sein Vorhaben nur erraten konnte. Ich blieb wie versteinert stehen und atmete ruhig. Eine innere Ruhe erfüllte mich wieder und ich schloss gelassen die Augen.

Alle Schmerzen, alle Sorgen waren mit einem Mal verflogen und ich dachte einen schier ewigen Augenblick an nichts. Dann hörte ich mich selbst leise, mir unbekannte Worte flüstern und erhob Damiaz' Klinge hoch über meinen Kopf.

Ein unglaublicher Schmerz durchfuhr mit einem Ruck meinen Körper und mein Blut schien zu kochen. Dann riss ich plötzlich wie von Geisterhand gelenkt die Augen auf und schaute Gyrunn erneut direkt in seine eiskalten Augen. Rote Blitze, wie ich sie damals schon in meinen Träumen sah, irrten durch meinen starren Blick und die gerade geflüsterten Worte meinerseits hallten, immer lauter werdend, durch meinen Kopf als hätte ich sie lauthals in eine Schlucht gerufen. Ich spürte eine starke, ansteigende Hitze, welche sich scheinbar auch außerhalb meines Körpers ausbreitete und Gyrunn riss erschrocken seine Augen auf. Langsam wich er wenige Schritte zurück und hielt dabei seinen Stab schützend vor sein Gesicht als hätte ich zum Wurf ausgeholt und seinen Kopf ins Ziel genommen.

Meine Sicht färbte sich rot, verlief in ein gelb, wie ein loderndes Feuer und trotz der hereinbrechenden Nacht schien es durch mich taghell zu sein. Ich bemerkte Cyralls Verwirrtheit aus dem Augenwinkel durch panisch umherschweifende Blicke in ihre unmittelbare Umgebung.

Plötzlich, in nur einem Bruchteil eines Momentes, verschwand die Hitze und der Himmel über uns wurde kreisförmig in die eben von mir gesehenen Farben getaucht. Gyrunn starrte voller Entsetzen und Überraschung hinauf zum Spektakel und fluchte unüberhörbar in einer mir unbekannten Sprache. Ich schloss die Augen und das einzige was ich bemerkte, war eine erneute, noch größere Hitze um mich herum, gefolgt von ohrenbetäubendem Lärm und einer gewaltigen Druckwelle.

Als ich die Augen wieder öffnete, fand ich mich inmitten einer riesigen Staub- und Rauchwolke wieder. Die Schwaden lichteten sich und ich sah Cyrall über Gyrunn kauernd an dessen reglosen Leib rütteln. Ich war stark geschwächt und sank zu Boden. Wieder einmal hatte ich scheinbar einen
Gegner besiegt und wusste weder wie, noch wodurch. Cyrall schrie und fluchte in einer fremden Sprache, welche Gyrunns zu sein schien. Dann brach sie in Tränen aus und umklammerte Gyrunns leblosen Körper.
Nur einen kurzen Moment später erhob sie sich langsam, Gyrunns Dolch wieder aus den schweren Stofflagen ziehend, und murmelte leise Worte wie Dieb und Mörder. Dann plötzlich, wie von einer Cali-Hornisse gestochen, rannte sie mit finsterer Miene, den Dolch zum Streich erhoben, schreiend auf mich zu.

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