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Ryo's Diary « Kapitel 20

Ein brennender Plan

An der Brücke
Cyrall atmete heftig und behielt die ungleichmäßigen Bewegungen der Kreatur stets in ihren leuchtenden Augen. Ich versuchte Gyrunn ausfindig zu machen, doch schien er weder zwischen den schweren Trümmern der Brücke, noch am anderen Flussufer angekommen zu sein. Wenn die Strömung des breiten Flusses unter unseren Füßen ihn ergriffen hatte, konnten wir davon ausgehen, den weiteren Weg allein beschreiten zu müssen.

Der wurmförmige Koloss kam nicht näher und versuchte auch nicht uns weiter anzugreifen, jedoch versperrte er uns den einzigen Weg über den Fluss. Als ich Cyrall fragte, ob dieses Vieh das magische Wesen sei von dem sie letzte Nacht sprach, schüttelte sie nur heftig den Kopf und verriet mir, dass dieser Wurm nicht annähernd das Format des Wesens hatte. Damit wurde mir einiges klar ...
Diese Welt war ein Gegensatz zu der Welt in der ich erwachte. So wie in meiner Welt Menschen und andere Völker Mörder und Diebe jagten um sie durch königliche Justiz bestrafen zu lassen, so waren es hier die Kreaturen des Bösen die diese Völker jagten.

Ich konzentrierte mich, versuchte einen Schwachpunkt auszumachen und erinnerte mich dabei an den Wurm in den Wäldern damals. Sein Nachteil damals war seine Größe, durch welche er sich in den Bäumen verkeilte und sich mir hilflos auslieferte. Nur wachsen bekanntlich selten Bäume auf Brücken und selbst wenn es so wäre - dieser Wurm bewegte sich nicht sondern thronte nur wie ein dicker Mönch auf seinen Weinfässern und ließ niemanden an seinen "Schatz" heran. Dann erinnerte ich mich an Cyralls Flammenschlangen ...
Ich verriet ihr meinen Plan und Cyrall erhob beide Hände gen Himmel. Über ihren Handflächen sammelte sich ein gleißendes Licht und ein warmer Wind wehte sogleich um meine Schläfen. Plötzlich schossen die flammenden Schlangen pfeilartig in die Höhe und wanden sich in luftigen Höhen, wie damals im Turm Fulkandrins.

Der Plan schien aufzugehen ...
Kaum hatten sich die Flammen materialisiert, zogen sie die Aufmerksamkeit des Wurms auf sich und er versuchte mit zweien seiner Arme die Flammen über sich zu erhaschen. Ich schaute mir das Spektakel amüsiert an und hoffte auf einen Zeitpunkt seiner Verzweiflung. Genau so geschah es dann auch.
Dem Wurm waren die Flammenschlangen so lästig, dass er zwei, drei, dann vier weitere Arme nutzte und so verlor er sein Gleichgewicht und stürzte nach hinten, zurück in die Fluten des Flusses. Ich gab Cyrall das vorher abgesprochene Zeichen und die Flammen stürzten hinterher. Knapp über der reißenden Strömung durchschlugen sie den Rumpf des Wurms und ließen einen gewaltigen, brennenden und rauchenden Körper zurück, welcher sich noch eine Weile schreiend in den Fluten wand.

Die Schlangen verschwanden ebenso schnell wie sie erschienen waren und unser Gegner war besiegt, doch Cyrall schien durch den langen Zauber stark geschwächt, wir hatten nur noch wenig Zeit um einen Unterschlupf für die Nacht zu finden, da die Sonne bereits rot glühend und tief am Himmel stand und wir hatten Gyrunn aus den Augen verloren. Das Schicksal schien sich gegen uns zu wenden ...

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