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Ryo's Diary « Kapitel 19

Der Brückenwächter

Morgen - Vor dem Anwesen
Mit den ersten einkehrenden Sonnenstrahlen verschwanden die Kreaturen der Nacht und wir packten allesamt unsere zusammengerafften Vorräte für die Reise und stürmten durch die schweren Türen nach draußen. Gyrunn sprang von einer schattigen Ecke zur nächsten, als wolle er den warmen Strahlen der Morgensonne so entkommen. Cyrall hingegen streckte ihr Gesicht während des Rennens der Sonne entgegen um möglichst viel von ihr empfangen zu können.

Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher ob Cyrall ein Feind war - auch wenn wir allesamt sehr gegensätzlich waren. Mein Gefühl der Skepsis und die währende Vorsicht in ihrer Nähe vergingen mit dem Aufgehen der Sonne und auch Gyrunn schaute nur noch sehr misstrauisch, nicht mehr hasserfüllt, zu ihr.
Diese eine Nacht, in der wir gemeinsam Schutz suchten, dieser Weg, den wir nun gemeinsam bestritten, war es nun gezwungen oder nicht, all dies hatte uns in so kurzer Zeit fast zu einer Gruppe zusammengeschweißt.

Mittag - Brückenkopf
Gerade als die Sonne ihren höchsten Platz eingenommen hatte, kamen wir am Kopf einer gewaltigen Brücke an. Schon wenige Stunden vorher bemerkte ich die Spur toter Tiere, die sich über unsere Route erstreckte, doch dachte ich mir nichts dabei und auch Gyrunn schien es nicht sonderlich zu interessieren.
Das Brummen war leise an diesem Morgen, doch als wir den ersten Fuß auf die Brücke setzten, wurde es wieder lauter und ich war nur zu froh als Cyrall zu einer kurzen Rast riet. So können wir uns trotz der brennenden Mittagssonne, welche wohl nur sie in vollen Zügen genießt, erholen und ich kann meine rar gewordenen Blutvorräte an den Kadavern der Tiere auffüllen und endlich meine Erlebnisse der letzten Tage niederschreiben.

Brücke
Nach der kurzen Rast und einem gründlichen Überblick über den folgenden Verlauf unserer Route, rannte Gyrunn sofort los um scheinbar wieder einen schattigeren Platz aufzusuchen. Cyrall blieb erschrocken stehen und riss die Augen auf als hätte sie einen Geist gesehen. Sie rief Gyrunn hinterher und warf den Beutel mit ihren Vorräten direkt vor seine flinken Füße um ihn zu stoppen, als das Brummen in meinem Schädel plötzlich lauter wurde als je zuvor.

Gyrunn machte einen gewaltigen, hohen Satz nach hinten, als wollte er etwas oder jemandem ausweichen und in genau diesem Moment brach mit tosendem Lärm ein riesiges Wesen von unten vor Gyrunn hervor und riss die hintere Hälfte der marmornen Brücke mit sich gen Himmel. Cyrall und ich wichen den herabstürzenden Gesteinsbrocken gerade noch aus und flüchteten uns wieder zu dem Brückenkopf an dem wir gerade erst unsere Rast gemacht hatten. Das mächtige Unwesen wandt sich in luftigen Höhen, seinen wurmförmigen Körper fest im Flussbett unter der Brücke verankert, und stürzte mit seinem Oberkörper direkt auf uns herab.

Kapitel 19Cyrall riss mich mit einem kräftigen Ruck im letzten Moment zu sich nach hinten, als zwei scharfkantige Arme, etwa wie die einer Spinne, nach mir griffen und in den Boden vor mir einschlugen. Ich fiel erschrocken zu Boden und starrte direkt in den weit aufgerissenen Schlund des Untiers, welches sich nun mit sechs weiteren Armen um die Brücke geklammert hatte und bedrohlich mit den zweien von eben nach mir fuchtelte ...

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