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Ryo's Diary « Kapitel 18

Die andere Seite

Anwesen - Empfangshalle
Gyrunn erschrak sichtlich und versuchte scheinbar, mit einem hastigen Zurückweichen, Abstand von der Gestalt zu gewinnen. Wir hatten wohl beide alles erwartet, doch niemals eine Frau. Die Tücher fielen zu Boden und als sie ihr Haarband vorsichtig löste, fiel die rote Mähne schwer auf ihre Schultern. Sie schaute Gyrunn mit einem sachten Lächeln an und stellte sich uns leise aber deutlich mit dem Namen Cyrall vor. Wie ein bedrohliches Untier behielt Gyrunn die durch die Enthüllung sichtbare, schlanke Gestalt im Auge und schien nicht sehr beeindruckt von ihrer Schönheit und Anmut. Gerade als ich meine "Entführerin" befragen wollte, lärmten auch schon wieder die Schreie von außerhalb durch die Fenster herein.
Cyrall drehte sich erschrocken um, schaute dann jedoch mir direkt in die Augen und deutete auf die Treppen hinter uns. Es waren schöne Augen - warme Augen ... Nicht die Augen, die ich im Turm funkeln sah und auch nicht die, die diese flammenden Schlangen Gyrunns Schergen verbrennen ließen. Etwas hatte sich in ihr auf dem Weg hierher geändert. Vielleicht nur ihr Blick, denn die Vermummung verbarg wirklich viel von ihr.

Anwesen
Als wir oben ankamen, rannte Cyrall sofort auf die noch offen stehenden Fenster zu um diese zu verschließen. Sie hatte sichtliche Angst. Gerade als ich nach dem Grund und dem Ursprung des Lärms fragen wollte, rannte sie auch schon wieder, uns dabei ein Zeichen zum Folgen gebend, die Treppen hinunter. Sie führte uns an den Kamin in der Empfangshalle zurück und setzte sich dicht an das Feuer um scheinbar möglichst viel seiner Hitze zu spüren. Gyrunn mied noch immer sichtlich ihre Nähe. Die Bilder der zerberstenden Körper seiner Kumpanen durch Cyralls Attacke waren noch zu jung und er hatte weder eine Erklärung, noch irgend eine Art der Entschuldigung von ihr bekommen - auch wenn er weder das eine, noch das andere mit Sicherheit hätte hören wollen.
Cyrall erzählte uns von der magischen Brücke zwischen dem Fulkandrin aus unserer Welt und dem ihrer Welt, von dem Herrscher über beide Städte, von einem magischen Wesen, welches die Brücke ausnutzen wolle und von den Kreaturen die der Herrscher, welcher ein großer Magier sei, versehentlich erweckt hatte.

Ich verstand kein Wort von all dem. Vielleicht lag es an dem Bann in den mich ihre Augen gezogen hatten, an Gyrunns störenden Brummen nach jedem ihrer Sätze oder einfach an meinem noch sehr lückenhaften Gedächtnis. Ich weiß jedoch eines. Egal wie sehr Gyrunn sie hasst, wir müssen mit ihr zusammenarbeiten. Allein schon wegen der Verbindung unserer Welten und dem Übel welches auf dieser Seite hier lauert.

Cyrall erzählte noch von dem Unfrieden in jeder Nacht durch die Kreaturen, vor denen wir uns gerade versteckt hielten und gab uns den Rat zu schlafen, da der folgende Tag kurz sei und der Weg zu unserem ersten Ziel sehr weit. Morgen würden wir uns auf die Suche nach dem magischen Wesen machen ...

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