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Ryo's Diary « Kapitel 15

Rollentausch

Saal
Mir schwanden langsam die Kräfte und meine Arme wurden schwer wie Blei. Wenn ich weiterhin mein Schwert wie ein Berserker schwingen würde, würde ich letzten Endes all meine Kräfte aufgebraucht haben und wäre leichte Beute für die verbliebenen zwei oder drei Schurken. Ich sackte an einer der kalten Wände zusammen und stützte mich auf den Griff Damiaz', als plötzlich der Lärm des beschlagenen Tores erneut zu hören war.

Langsam ließ ich den Kopf aus Verzweiflung sinken. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance ...
Wenn nun noch weitere solcher Gegner auftauchen würden, hätte ich eindeutig meinen letzten Tag gezählt. Doch plötzlich wurden die schweren Türen durch gewaltige Flammen aus ihren Angeln gerissen und der gesamte Saal wurde mit einem ohrenbetäubenden Lärm taghell erleuchtet.

Nacht - Erhellter Saal
Meine Augen gewöhnten sich nur schwer an das plötzliche, gleißende Licht. Als ich jedoch wieder klar sehen konnte, offenbarte sich mir ein Bild der Freude. Neben den dreien die ich besiegen konnte, lag der vierte - enthauptet und zusammengekrümmt wie die anderen am Boden. Ein fünfter wurde von der massiven Tür erschlagen und zuckte schwach unter geschmiedetem Eisen und brennendem Holz.
Verblüfft von den so plötzlich auftretenden Flammen, wunderte ich mich nur noch mehr über ihr Verhalten. Es war, als würden diese Flammen leben und sich wie Schlangen an den Mauern hoch winden. An der gewölbten Decke angekommen, umschlängelten sie das große, alte Gemälde und verharrten dort. Wie lauernde Bestien hingen sie von der Decke und schienen nur die kleinste Bewegung abzuwarten.

Ich bemerkte die Hitze hinter meinem Rücken und drehte mich langsam und vorsichtig um. Eine der Schlangen hatte sich hinter mir an der Wand postiert und beobachtete mich scheinbar. Zwei weitere lauerten jeder Bewegung Gyrunn's auf, welcher nun wieder seinen Schwachpunkt zeigte und, ebenfalls noch vom grellen Licht geblendet, eine Pause machte.

Gyrunn versuchte langsam und verdeckt seinen Dolch zu ziehen, doch verfolgten die Schlangen jede noch so kleine Bewegung seinerseits. Ich fragte mich, in welcher Situation wir beide nun waren. Gerade waren wir noch Feinde aus unbekanntem Grund und es galt sowohl für ihn und seine Schergen, als auch für mich, den Kampf zu gewinnen, und nun waren wir wieder in der selben Situation - mit dem Unterschied, dass wir scheinbar einen gemeinsamen Gegner hatten.

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05.12.2019, 23:42 Uhr Besucher: 332010 | Online: 1

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