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Ryo's Diary « Kapitel 13

Der Turm

Im Turm
Ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter als ich den Eingang des großen Turms passierte. Ich erinnerte mich plötzlich an die Atmosphäre des modrigen, alten Kathedralenkellers damals - an das laute Brummen und an dessen Verschwinden nach der Beseitigung des Übels.
Ich spähte den Turm hinauf, durch die alten, ehernen Geländer der gewaltigen Wendeltreppe. Es war dunkel im Inneren des Turms und kein einziger Lichtschein einer Fackel oder Kerze erhellte den Raum. Ich versuchte ein paar Feuersteine in der unmittelbaren Umgebung der Wandfackeln zu finden, da es üblich war, jene dort zu lagern, doch hatte die dunkle Gestalt diese anscheinend verschwinden lassen.
So tastete ich mich an den feuchtkalten Wänden des Bauwerks entlang um der Gestalt weiter folgen zu können. Ich erreichte nach einem schier ewigen Erklimmen der Stufen die Spitze des Turms und kam vor einem großen, modrigen, mit Eisen beschlagenem Tor an, welches meines Erachtens nach eher einer Pforte zu einer großen Bibliothek ähnelte.

Saal
Ich öffnete die schweren Tore mit einem lauten, hallenden Knarren und wunderte mich gleichzeitig, warum ich es nicht vorher schon einmal vernahm. Entweder besaß diese Gestalt die Fähigkeit, sich lautlos durch solche Passagen zu bewegen, was enormes Geschick erfordern würde, oder er hatte das Tor noch nicht passiert.
Die Tore schlugen mit einem ohrenbetäubenden Lärm zu und sobald sie geschlossen waren, befand ich mich in einer kellergleichen Halle, welche von einer einzigen Kerze in seiner Mitte, spärlich, aber beleuchtet war. In diesem schwachen Schein formten sich mit meiner Gewöhnung an dieses Licht die feinen Züge einer schlanken, dunklen Gestalt. Langes weißes Haar umspielte die hohen Wangenknochen und nach einem kurzen Moment waren auch die langen Ohren deutlich im Lichtschein zu erkennen.

Dunkelheit
Die Gestalt stellte sich mir als Gyrunn vor.
Dies war es jedenfalls, was ich verstand, denn die Sprache in welcher diese Gestalt mir ihren Namen nannte, war mir nicht vertraut. Er sagte, er sei gekommen um dem "Herrscher", er betonte dieses Wort voller Stolz, sein neues Reich zu sichern. Er sagte auch, er käme allein und war sich anscheinend mehr als siegessicher.
Ich lauschte in die Dunkelheit der Halle hinein und war mir sicher, dass er lügen würde. Mein Gegner war sicherlich geschickt, jedoch durchschaute ich sein Spiel. Niemand konnte Hunderte von Menschen töten, ohne unbemerkt zu bleiben - erst recht nicht innerhalb der Mauern Fulkandrins. Aufgrund seiner schmalen Statur konnte er auch nicht allein die schweren Tore lautlos bewegt haben.
Diese Gedanken ließen ein Lächeln auf meinen Lippen entstehen und seines verschwinden. Er ahnte wohl von meinem Wissen über sein Vorhaben und erhob sich langsam und mit finsterer Miene. Dann zog er blitzschnell den Dolch von der Hüfte und ließ damit das Feuer der Kerze erlöschen ...

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