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Ryo's Diary « Kapitel 11

Fulkandrin IV - Der zweite Ring

Morgen
Ich erwachte mit dem Brummen der letzten Nacht in meinem Schädel und rappelte mich mühsam auf. Zwar fühle ich mich wesentlich jünger als bei meinem gestrigen Erklimmen dieses Hügels, jedoch spüre ich noch immer den Schmerz des Sturzes. Jetzt wo ich vollends zu mir gekommen bin, hocke ich direkt vor meinem kleinen Feuer, welches inzwischen erloschen ist und nun eine kleine Rauchwolke gen Himmel sendet. Gerade als ich zu den Toren Fulkandrins hinüberblickte, ließ mich ein lautes Wiehern aufschrecken. Ich traute meinen Augen kaum. Rifnir stand gesund und munter auf der Wiese und graste seelenruhig vor sich hin. Ein prüfender Blick auf meinen Beutel offenbarte dann auch Damiaz in voller Pracht.
Habe ich all das nur geträumt? Aber wie konnte ich dann meine Erlebnisse in Fulkandrin niederschreiben? Ein neues Rätsel tut sich auf und mein Drang, zu den Toren der Stadt zu gelangen, ist nun ins Unermessliche gestiegen.

Mittag - Vor den Toren
Als ich bei den Toren ankam, erblickte ich das selbe Bild wie zum Zeitpunkt der gestrigen Nacht. Das Tor ist völlig unbewacht und die Straßen scheinen menschenleer. Die an die Mauern lehnenden Gestalten, welche ich noch gestern als schlafendes Volk deutete, stellen sich jedoch bei Tageslicht als Opfer grausamer Taten heraus.
Den Toten wurden Augen und Ohren vom Kopf getrennt, weisen aber sonst keinerlei Verletzungen auf. Als ich einer der Leichen den blutbesudelten Mund öffnete, stellte ich fest, dass auch die Zunge herausgeschnitten wurde. Grausame Taten, welche nur ein wahrer Meister seines Faches bewirken konnte. Mich verwundert dabei weniger die Art der Morde, als vielmehr die Anzahl ... Zumal Fulkandrin stets gut bewacht ist und eine solche Reihe an Morden auf öffentlichen Plätzen für einen Aufstand gesorgt haben müsste.
Ich untersuchte die Wachen der Passage zum zweiten Ring und konnte bei den Toten keine Anzeichen jeglicher Gegenwehr bemerken. Jeder einzelne der Körper schien im Schlaf ermordet worden zu sein. Keine Gegenwehr, keine verschossenen Bolzen der Wache innerhalb des Torbogens. Eine der Wachen hält sogar noch die mittlerweile erloschene Fackel der letzten Nacht in seiner Hand.

Zweiter Ring
Aufgrund meines Unwissens darüber, ob diese Totenlandschaft im zweiten Ring endete oder nicht, war ich weiterhin wachsam, band Rifnir an einem der Pfosten vor dem Torbogen zum zweiten Ring fest und schlich mich, Damiaz fest in der Hand, um die Mauern der Häuser und Geschäfte des zweiten Ringes.
Als ich nahe der Mauern des inneren Ringes angekommen war, hörte ich ein leises Wimmern, nicht weit von mir entfernt. Ich schlich um die Ecke und sah die Silhouetten eines stillen, fast lautlosen Kampfes. Eine der Silhouetten stand fast regungslos da und hob einen langen, geschwungenen Dolch hoch über ihren Kopf. Die andere kauerte, wohl gelähmt durch Furcht, auf dem Boden vor ihr und wimmerte leise. Eine kaum wahrnehmbare, blitzschnelle Bewegung folgte und die kauernde Gestalt sackte zusammen.

Kapitel 11Als ich um die Ecke des Hauses schnellte um einzugreifen, war der Täter bereits verschwunden und nur der Leichnam lehnt nun noch an der Wand - Augen, Ohren und Zunge entfernt. Ich muss diesen Amok laufenden Mörder finden und ihn stellen. Wen sonst könnte ich sonst jetzt noch ausfragen?

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